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Jugendbeteiligung ist gelebte Demokratie und fördert die Identifikation mit dem Wohnort

In §41a der Gemeindeordnung Baden-Württemberg ist die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen folgendermaßen beschrieben: "Kinder sollen und Jugendliche müssen bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise von der Gemeinde beteiligt werden. Von der Gemeinde sind dafür geeignete Beteiligungsverfahren zu entwickeln. Jugendliche können eine Jugendvertretung beantragen. Über dessen Antrag und Einrichtung hat der Gemeinderat nach Anhörung der Jugendlichen zu entscheiden".

Jugendbeteiligung ist gelebte Demokratie. Kinder- und Jugendliche lernen die vielen Vorteile unseres demokratischen Systems meist in einem für sie doch eher abstrakten und theoretischen Setting kennen. Aktives Mitgestalten bietet Ihnen praxisnahes Erleben der in unserer Gesellschaftsordnung möglichen und geltenden Handlungs- und Entscheidungsabläufe aus dem die demokratische Grundhaltung der Jugendlichen gestärkt und der hohe Wert der Demokratie noch klarer für sie erkennbar werden lässt. Gerade in der Gemeinde können die Kinder und Jugendlichen den unmittelbarsten Zugang zu Gestaltungsmöglichkeiten und politischen Entscheidungsprozessen in ihrem Lebensumfeld unter besonders starken Bezug kennenlernen und aktiv daran beteiligt werden. Jugendbeteiligung ist keine Einbahnstraße. Sie lebt von möglichst vielfältigen Möglichkeiten der Partizipation junger Menschen in der Gemeinde und vom Willen Jugendlicher hier selbst aktiv zu werden. Jugendbeteiligung ist keine Selbstverständlichkeit. Verschiedene Faktoren lassen Beteiligungsprojekte entstehen und sind für eine gelungene Jugendbeteiligung von großer Wichtigkeit. Auch bei Jugendlichen ist es kein Selbstläufer sie für ein Mitwirken zu gewinnen und gar kontinuierlich begeistern zu können. Häufig sind Entscheidungsräume und ein sehr wichtiges Anliegen die Basis und Motivation zur Äußerung ihrer Vorstellungen und für ihre Bereitschaft sich aktiv dafür einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Jugendliche sind in der heutigen digitalen Medienwelt aufgewachsen. Veröffentlichungen erhalten deshalb meist nur dann ihre Aufmerksamkeit, wenn sie ein für sie attraktives Erscheinungsbild besitzen. Jugendliche nutzen teils andere Social-Media-Kanäle für ihre Kontakte und zum Informationserhalt als die Erwachsenen. Jugendliche werden nicht von jedem Beteiligungsformat gleichermaßen angesprochen. Deshalb ist es ein großer Vorteil, wenn in der Gemeinde verschiedene Formen und Methoden der Jugendbeteiligung angeboten und angewandt werden können. Auch gilt es immer wieder mal neue Wege der Jugendbeteiligung zu gehen und miteinander auszuprobieren. 

 

  

Jugendbeteiligung in Gärtringen

Seit vielen Jahren wird in der Gemeinde Gärtringen die projektbezogene Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Planungs- und Entscheidungsprozessen erfolgreich praktiziert. Zu den weiteren Beteiligungsformaten zählen bei uns die Bürgermeistersprechstunde im Sommerferienprogramm, Kinder- und Jugendsprechstunde, Spielplatzforscher, themenübergreifende Jugendgruppe und das Jugendforum. Jugendbeteiligung ist stets dem Wandel unterworfen. Wir sind neugierig auf die Entwicklung und seiner zukünftigen Beteiligungsformate. 

Wir freuen uns mit Kindern und Jugendlichen diesen Weg der Beteiligung in Gärtringen gemeinsam vorangehen und durch ihr Mitwirken bestreiten zu können.

Den jungen Menschen möchten wir an dieser Stelle für ihr Engagement herzlich danken!

 

Gärtringer Jugendforum

Im September 2017 fand in Gärtringen zum ersten Mal ein Jugendforum statt. Über 80 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 18 Jahren hatten sich in die Aula der Peter-Rosegger-Schule eingefunden. In mehreren Arbeitsgruppen unter dem Beisein von Bürgermeister Thomas Riesch wurden zu unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten eine Vielzahl an Ideen und Vorschlägen von den Jugendlichen eingebracht und später im Forum nach Priorität und Machbarkeit bewertet. Der Auftritt der Hip-Hop Gruppe Ben Venuto aus Stuttgart bildete den Abschluss der effektiven Jugendbeteiligungsveranstaltung.
Die Corona-Pandemie hat das zweite Gärtringer Jugendforum, das im Mai 2020 stattfinden sollte, leider unmöglich gemacht. Die Jugendbeteiligung in Gärtringen hat sich von der Corona-Pandemie nicht ausbremsen lassen. Um die Ideenfindung und den Dialog über die Themenschwerpunkte "Freizeitgelände", "Graffitiwand" und "Chill-Ort", für die Jugendlichen zu ermöglichen, haben die Beteiligten nach einem geeigneten nunmehr kontaktlosen Beteiligungsformat gesucht. Es stellte sich jedoch heraus, dass für die Zielgruppe bei den kommerziellen Anbietern keine für uns passende und finanzierbare Beteiligungs-App zu bekommen war. Obwohl allgemein Printmedien bei Jugendlichen zunehmend als "oldschool" gelten, hatten trotzdem vor allem die veröffentlichten Hinweise zur Jugendbeteiligung im Gärtringer Mitteilungsblatt zu einer starken Rückmeldung Jugendlicher auf den Beteiligungsaufruf geführt.

Projektbezogene Jugendbeteiligung Themenschwerpunkt "Chill-Ort" in Holzbauweise

Aus dem Teilnehmerkreis des Forums hatte sich eine Interessensgruppe zum Thema "Chill-Ort in Gärtringen" gebildet. In mehreren Planungstreffen unter der Moderation des Jugendreferenten setzten sich die Jugendlichen mit dem Bau des gewünschten Unterstandes, seiner notwendigen Ausstattung und mit der Standortfrage auseinander. Eine erste Gestaltungsskizze ist von den Jugendlichen ausgearbeitet worden. Der Entwurf ist planerischer Bestandteil des Freizeitgeländes an der Schwarzwaldhalle und des Gemeindeentwicklungsplans. Die weitere Konkretisierung war im Rahmen des zweiten Jugendforums vorgesehen, die dann möglichst in einem gemeinsamen Bauprojekt zusammen mit Jugendlichen umgesetzt werden sollte.

Aus dem geplanten Chill-Ort in Holzbauweise ist jetzt eine Sitzmöglichkeit mit drei Betonelementen an der Skate-Anlage geworden. Die Jugendlichen der Planungsgruppe "Dirtbahn" hatten sich einstimmig dafür entschieden.
Ein überdachter Chill-Ort an der Schwarzwaldhalle ist bei Jugendlichen derzeit nicht angesagt. Mit dem Bau der Dirtbahn und der Realisierung von weiteren Angeboten zu einem Freizeitgelände kann der Bedarf an einem solchen Chill-Ort sich durchaus  wieder ergeben.

Projektbezogene Jugendbeteiligung Themenschwerpunkt "Freizeitgelände an der Schwarzwaldhalle" - Dirtbahn

Das Thema "Freizeitgelände an der Schwarzwaldhalle" und darin die Realisierung einer Dirtbahn erzielte unter den Jugendlichen ein besonders hohen Zuspruch. In Zusammenkünften und Planungstreffen haben 18 Jugendliche unter der Moderation des Jugendreferenten Jürgen Kunst die erforderlichen Arbeitsschritte zur planerischen Ausarbeitung einer Dirtbahn und seiner  anvisierten Fertigstellung im Sommer 2021 konkretisiert. Die dafür notwendige fachliche Beratung beim Streckenverlauf erhält das Jugendbeteiligungsprojekt durch einen ehrenamtlich tätigen Planer, der seine reichhaltigen Erfahrungen im Bau einer Dirtbahn bei uns einbringt. Zusätzlich wird die Jugendbeteiligung von Eltern und verschiedenen Kräften aus dem Gemeinwesen tatkräftig unterstützt. 

Jugendbeteiligung "Themenübergreifende Jugendgruppe"

Unter der Zielsetzung "Jugend für Jugendthemen" hat sich mit der themenübergreifenden Jugendgruppe erst jüngst ein neues Beteiligungsformat gebildet. Die Jugendlichen möchten sich verschiedenen Jugendthemen und Beteiligungsprojekten in Gärtringen widmen und diese weiter voranbringen. Auf ihrer Agenda haben sie den Jugendraum Rohrau und die Realisierung der Dirtbahn an der Schwarzwaldhalle als erste Schwerpunkte sich gesetzt. Ortsvorsteher Torsten Widmann und Jugendreferent Jürgen Kunst sind bei den Sitzungstreffen der Jugendgruppe beratend und unterstützend eingebunden.

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